wie du den richtigen etf für dich findest

Hier erfährst du wie du den für dich passenden ETF findest.
Hier erfährst du wie du den für dich passenden ETF findest.

ANLEITUNG

Nachdem du dir eine Asset Allocation zusammengestellt hast und dein Depo (comdirect Depot) eröffnet ist (oder eröffnet wird) wird es Zeit dir den bzw. die passenden ETFs zu suchen.

 

Hier erfährst du nicht nur welche Kriterien du bei deiner Auswahl berücksichtigen solltest, sondern auch wie du innerhalb weniger Minuten den passenden ETF für dich findest

 

Du solltest dir zunächst den/die nach deiner Asset Allokation benötigten Index/Indizes notieren. So wird deine Suche schon extrem einfacher, da die riesige Auswahl an ETFs verringert wird. Denn bei über 400 ETFs kann es sehr schwierig sein sich zu entscheiden. 

 

Anschließend vergleichst du die in Frage kommenden benötigten ETFs (benötigten Indexe) anhand folgender Kriterien der Reihe nach bis du nach dem Ausschlussverfahren den für dich passenden ETF gefunden hast. Wie das am schnellsten geht erfährst du am Ende dieses Artikels.

 

Außerdem solltest du dir den Verkaufsprospekt gründlich durchlesen.

AUSWAHLKRITERIEN

1. Ausschüttung oder Thesaurierung

Zunächst sollte man sich entscheiden ob man einen thesaurierenden oder einen ausschüttenden ETF haben möchte. Was ist der Unterschied zwischen einem ausschüttenden ETF und einem thesaurierenden ETF? Während man bei einem Ausschüttenden ca. 2 % des Kurswerts jährlich ausgeschüttet und auf sein Verrechnungskonto gut geschrieben bekommt, werden die Gewinne bei Thesaurierenden sofort wieder reinvestiert. 

 

 

Was sind die Vorteile von Thesaurierung? Zum einen muss man sich nicht um die Wiederanlage kümmern und kann so auch Gebühren sparen. Zum anderen kann es unter Umständen zu einem Steuerstundungseffekt kommen. Denn man muss nur realisierte Gewinne über dem Freibetrag von 801 € pro Person pro Jahr versteuern (bei Ehepartner 1602 €). Nur gewinne über diesem Freibetrag werden pauschal mit der Abgeltungssteuer von 25 % + 5,5 % Soli + ggf. Kirchensteuer versteuert. 

 

Ist der Sitz des ETFs z.B. in Deutschland werden die Reinvestitionen als sog. ausschüttungsgleiche Erträge behandelt und trotzdem versteuert, wenn die Freibetragsgrenze überschritten wird. Er ist somit steuerhässlich. Entscheidet man sich hingegen für einen thesaurierenden ETF mit einem ausländischen Domizil wie z.B. Luxemburg oder Irland werden die wiederangelegten Gewinne nicht als ausschüttungsgleiche Erträge angesehen. Somit können die Gewinne unversteuert reinvestiert werden. Somit kann sich das Kapital durch den Zinseszins stärker vermehren. Der ETF ist damit steuereinfach. Jedoch muss auch der Kursgewinn bei einem Verkauf des ETFs komplett versteuert werden. Die Versteuerung wird ergo nur herausgezögert, also gestundet. Ob sich diese Steuerstundung lohnt hängt enorm von der Anlagedauer und der Strategie ab. Denn wenn man später nicht das Ersparte aufbrauchen möchte, sondern nur von den Dividenden leben möchte um etwas vererben zu können, muss spätestens bei Renteneintritt das Vermögen umgeschichtet werden. Hier sind dann spätestens die Steuern abzuführen. Außerdem entstehen bei dem Wechsel zu einer ausschüttenden Anlage erhebliche Gebühren.

 

Ob ein ETF steuerhässlich oder steuereinfach ist, lässt sich innerhalb weniger Sekunden überprüfen. Man geht dazu auf die Webseite: www.Bundesanzeiger.de Dort sucht man nach der ISIN des jeweiligen ETFs. Bei den Suchergebnissen wählt man nun die Bekanntmachung der Angaben gemaß § 5 Abs. 1 Nr. 3 des Investmentsteuergesetzes (InvStG) für das aktuelle Geschäftsjahr aus. Dort sucht man wiederum mittels der ISIN nach dem ETF. Sind dort alle Angaben auf 0,000 handelt es sich um einen steuereinfachen ETF.

 

 

Was sind die Vorteile von ausschüttenden ETFs? Zum einen ist es eine sehr große Motivation, wenn man jährlich oder vierteljährlich Erträge auf sein Konto überwiesen bekommt. Außerdem kann man den dazugewonnen Cashflow auch für andere Anlagen nutzen oder in Notsituationen anstatt den kompletten ETF verkaufen zu müssen sich bei den Ausschüttungen bedienen. Außerdem weiß man nie wie sich die steuerliche Lage ändert. Jedoch kann eine einmal versteuerte Anlage nicht nochmals versteuert werden. Zu guter letzt wird das  Rebalancing einfacher. Man kann die Ausschüttungen in den/die anderen auszugleichenden Sparpläne einfließen lassen, indem man die Sparsumme entsprechend erhöht.

 

 

Tipp: Bis der Freibetrag ausgeschöpft ist besser in ausschüttende ETFs investieren. Man braucht bei einer Ausschüttung von 2 % des Kurswerts ca. 40.000 € um den Steuerfreibetrag von 801 € auszuschöpfen. Bis dieser Betrag nicht erreicht ist, empfiehlt es sich auf jeden Fall sich für Ausschüttungen zu entscheiden.

2. Fondvolumen

Das Fondvolumen sollte größer als 50 Millionen sein, damit er langfristig rentabel ist und der Betrieb nicht irgendwann eingestellt wird.

3. Replikationsmethode

Es gibt drei Möglichkeiten einen Index abzubilden.

  • Volle Replikation: Vollständige Abbildung des Index durch den Kauf der entsprechenden Wertpapiere.
  • Optimierte Replikation (Sampling): Die Abbildung erfolgt nur durch den Erwerb bestimmter Wertpapiere. Der restliche Teil wird durch synthetische Positionen (sogenannte Swaps) abgebildet.
  • Synthetische Replikation: Komplette Abbildung des Index durch Swaps.

 

Was ist ein SWAP?

Vereinfacht gesagt ist ein SWAP ein Tauschgeschäft.  Bei diesem Geschäft tauscht der ETF-Betreiber seine Rendite mit der eines Partner (sog. SWAP-Partner oder SWAP-Kontrahent). 

 

Der ETF-Betreiber investiert also das ETF-Vermögen nicht in die Unternehmen des Index selbst, sondern z.B. in Staatsanleihen eines Landes mit der höchsten Bonität (etwa in Staatsanleihen aus den USA) oder komplett andere Aktien. Der ETF-Betreiber ist dann verpflichtet seine Rendite an den SWAP-Kontrahenten weiterzugeben. Der SWAP-Partner verpflichtet sich im Gegenzug die Rendite des Index an den ETF-Betreiber zu zahlen. Der SWAP kann z.B. aus steuerlichen Gründen sehr sinnvoll sein. 

 

Der ETF-Betreiber hält folglich nur diese sogenannten SWAPs im Sondervermögen. Dies birgt allerdings die Gefahr, dass im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Partners dieser das Tauschgeschäft nicht mehr einhalten kann. Deswegen wird wegen diesem sog. Kantrahentenrisikos die Hinterlegung von Sicherheitsleistungen verlangt. Diese bestehen, wie schon gesagt, aus schnell liquidierbaren und sicheren Wertpapieren, wie etwa Staatsanleihen oder Aktien. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit verkauft der ETF-Betreiber einfach die Wertpapiere. Die Einhaltung dieser Regelungen über die Sicherheiten wird zudem von einem unabhängigen Treuhänder streng überwacht.

 

UCITS-Richtlinien: diese internationalen Richtlinien schreiben vor, dass maximal ein Verlust von 10 % bei einem Swapausfall (der Zahlungsunfähigkeit des SWAP-Kontrahenten) entstehen darf. Wenn ein ETF diese Richtlinie einhält, ist dieser Zusatz im Namen des ETFs enthalten.

 

 

Die verschiedenen Replikationsmethoden lassen sich tabellarisch folgendermaßen darstellen: 

  Volle Replikation Optimierte Replikation Synthetische Replikation
Abbildung Aktien des Index Aktien des Index + Swaps Swaps
Kontrahentenriskio (Swapausfall) nicht gegeben gering hoch

Total Expense Ratio (TER)

Beschreibt alle für den ETF anfallenden Kosten. Jedoch sind in der Angegeben nicht alle Kosten umfasst, sondern nur die bis dahin Bekannten. Denn sciher sind nur die Fixkosten wie z.B. die Gebühren für das Management, die Lizenzgebühren für die Abbildung des Indexes etc.. Nicht bekannt sind dagegen die Kosten für: die Maklerprovision, entstehende Transaktionskosten, Steuern, ggf. Swapkosten. Deswegen ist die sog. Tracking Difference eine aussagekräftigere Kennzahl.

Tracking Difference

Die Performance des ETF entspricht nie genau der des Index. Die Tracking Differenz gibt an wie sich die Performance des ETFs von der seines abzubildenden Indexes unterscheidet. In ihr sind die TER, alle variablen Kosten sowie Gewinne enthalten. Im Gegensatz zur TER lässt sich die Tracking Differenz jedoch nur rückblickend berechnen.

 

Die Tracking Difference lässt sich mit folgender Formel berechnen:

 

Tracking Difference = ETF Rendite - Indexrendite

 

Eine genaue Berechnung erfolgt dann mit folgendem Dreisatz:

  1. Rendite des ETF für ein Jahr = (Kurs des ETFs am 30.12. / Kurs des ETFs am 02.01) - 1
  2. Rendite des Index = (Kurs des Index am 30.12. / Kurs des Index am 02.01) - 1
  3. Tracking Difference = ETF Rendite - Indexrendite

Ist das Ergebnis größer als Null heißt das, dass der ETF besser als der Index abgeschnitten hat. Ist die Tracking Difference kleiner bedeutet dies im Umkehrschluss, dass der ETF schlechter war.

 

Es ist jedoch zu beachten, dass man bei thesaurierenden und ausschüttenden ETFs einen anderen Index als Benchmark heranziehen muss. Bei thesaurierenden ETFs muss man die Rendite des Performance-Index (auch Total-Return-Index genannt) als Vergleich heranziehen. Dieser Berücksichtigt Dividenden der Unternehmen im Index. Bei ausschüttenden ETFs hingegen den Kursindex, da die Ausschüttungen außen vorgelassen werden müssen. Dieser berücksichtigt ausschließlich Kursänderungen der Aktien der Unternehmen im Index. Die Unterschiedlichen Indexe lassen sich durch das Anhängen von verschieden Abkürzungen anzeigen. So findet man beispielsweise den Performance-Index indem man das Kürzel Gdtr (= Gross Dividend Total Return) und für den Kursindex das Kürzel Stdr (=Stripped Dividend Return) an den Namen des Index anhängt.

 

Wer aufmerksam gelesen und rational nachgedacht hat wird feststellen, dass man die Tracking Differenz eigentlich nicht berechnen muss. Da man nur ausschüttende oder thesaurierende ETFs untereinander vergleichen möchte ist immer die gleiche Benchmark gegeben. Deswegen ist es meiner Meinung nach ausreichend, wenn man einfach die Performance der ausschüttenden oder thesaurierenden ETFs untereinander vergleicht. Denn der ETF mit der höchsten Rendite wird automatisch auch derjenige mit der besten Tracking Difference sein. Um ein verlässlicheres Ergebnis zu erhalten, empfiehlt es sich einen längeren Vergleichszeitraum (z.B. die letzten 5 Jahre) zu wählen.

 

Tracking Error

Der Tracking Error gibt an wie volatil der ETF im Vergleich zu seinem Index ist. Desto größer der Tracking Error, desto volatiler der ETF im Vergleich zum Index

Währungsrisiko

Zu beachten ist auch, dass einige ETFs nicht in Euro sondern z.B. Dollar notieren. Somit hat man immer das Risiko, aber auch die Chance, dass sich der Wechselkurs für oder gegen einen entwickelt. Dies wird anhand von folgendem Szenario deutlich: Man kauft einen ETF der in Dollar notiert und der Dollar verliert im Vergleich zum Euro an Wert. Dann verliert auch der ETF, wenn er mit Euro gehandelt wird an Wert, obwohl sich die Kurse der Unternehmen im Index überhaupt nicht geändert haben. Gegensätzlich dazu würde bei einer Wertsteigerung des Dollars, auch der Kurs des ETFs in Euro steigen.

Ausgabeaufschlag

Zu guter Letzt kann man sein Augenmerk auf den Aufgabeaufschlag richten. Einige Broker bieten mit sogenannten Aktionssparplänen die kostenlose Besparung eines ETFs an, wie z.B. bei einem comdirect Depot. Normalerweise wird ein Ausgabeaufschlag von ca. 1,5 % pro Ausführung von der Summe der Sparplanrate als Kosten abgezogen.

DER SCHNELLSTE WEG ZUM RICHTIGEN ETF

  1. Auf die Seite https://www.justetf.com/de/find-etf.html gehen
  2. Links bei "Indexauswahl" den gesuchten Index auswählen (z.B. MSCI World)
  3. Bei "Sparplanfähige ETFs" seinen Broker auswählen
  4. Bei "Ausschüttung" thesaurierend oder ausschüttend wählen
  5. Bei "Fondgröße" größer als 100 Mio € wählen
  6. Bei "Replikationsmethode" die gewünschte auswählen
  7. Bei den Verbliebenen die Rendite der Vergangenheit vergleichen
  8. Mittels "Aktions-ETF" überprüfen, ob es einen ETF gibt der kostenlos bespart werden kann. Anschließend sollte man Abwägen, ob durch das Sparen der Kaufkosten (meistens 1,5 € des Ordervolumens), der renditestärksten ETF langfristig outperformt werden kann.
  9. Verkaufsprospekt gründlich durchlesen!
  10. Sparplan starten oder ETF kaufen

DIE BESTEN BROKER FÜR ETF-SPARPLÄNE

Wir empfehlen die beiden deutschen Broker mit der größten Auswahl an ETF-Sparplänen und den günstigsten Konditionen: